Das Verhalten der Kaarster Grünen schlägt weiterhin einige Wellen. Fest steht: Der Ortsverband Kaarst hat nach Aufforderung durch den Landesvorstand der Grünen NRW zugesagt, die Plakate abzuhängen. Das haben die Kaarster Grünen gemacht, auch wenn anscheinend vereinzelte Plakate übersehen wurden. Darauf haben wir die Kaarster bereits hingewiesen und hoffen, dass sie diese Plakate umgehend abhängen.
Viele Kaarster sind zu Recht irritiert, weil ihnen am Anfang der Woche das Motiv als Postkarte ins Haus gebracht worden ist. Der Ortsverband Kaarst hat sogenannte „ErstwählerInnen-Briefe“ verschickt und eine Postkarte mit dem Motiv beigelegt. Am Donnerstag der letzten Woche hat man den Versand bei der Post gestoppt, einige schon abgeschickte Briefe konnten aber leider nicht mehr zurück geholt werden. Der Ortsverband hat bislang versäumt, dies entsprechend darzustellen.
Wir, der Landesverband der Grünen NRW, finden es falsch, dass sich die Kaarster Grünen bisher nicht für die völlig verunglückte Bildsprache des Plakats und der Postkarte entschuldigt oder sich in irgendeiner Art und Weise erklärt haben.
Sexismus und Rassismus werden von den Grünen seit unserer Gründung bekämpft und auch nicht stillschweigend hingenommen. Genau aus diesem Grund haben wir darauf hingewirkt, dass das Plakat abgehängt wird. Es sollte provokant auf die CDU-Mehrheit in Kaarst hinweisen, hat aber deutlich rassistische und sexistische Assoziationen geweckt und war deshalb überhaupt nicht tragbar.
Als Landesverband achten wir bei der Erstellung von Wahlplakaten, die wir den GRÜNEN vor Ort zur Verfügung stellen, explizit darauf, dass wir die Menschen in NRW in ihrer Vielfalt – auch ihrer ethnischen Vielfalt – darstellen und damit die Botschaft verbinden, dass eine volle rechtliche und soziale Integration noch nicht vollzogen ist. Bei der Darstellung von Frauen auf unseren Wahlplakaten achten wir auch darauf, sie als Frauen zu zeigen, die in unterschiedlichen Feldern berufstätig sind, die zu Recht selbstbewusst und selbständig sind. Wie dies vor Ort erfolgreich und gelungen umgesetzt werden kann, haben wir ja bereits des Öfteren gezeigt.
Warum schreiben wir das hier, wo ein beharrliches Schweigen und Ignorieren doch viel einfacher wären? Wir schreiben dies, um zu zeigen, dass wir als Landesverband einen intensiven Diskussionsprozess um unsere eigenen Wahlplakate geführt haben und dass es uns darauf ankommt, als Gesamtpartei Antidiskriminierung, Gleichberechtigung und kulturelle Gleichstellung der Geschlechter ausdrücklich zum Thema in allen Wahlkämpfen zu machen.
Umso ärgerlicher ist es für uns, dass diese Botschaft nun durch ein Plakat überlagert wurde, das in einem unserer über 300 Ortsverbände entstanden ist und für das der Landesverband keinerlei Verantwortung trägt. Die Kaarster Grünen müssen als eigenständige und eigenverantwortliche Gliederung der Partei mit allen Konsequenzen leben, die sich sowohl aus dem Plakat selbst wie auch aus ihrem Umgang mit der Diskussion über das Plakat ergeben.
Das Gute im Schlechten ist, dass dieses Plakat die Debatte um die verschiedenen Formen und vor allem die Vermeidung von Rassismus und Sexismus erneuert hat. In diesem Sinne werden wir uns als GRÜNE gerne an einer weiteren intensiven Debatte zur Bekämpfung von Rassismus und Sexismus beteiligen.

Bislang wurden 13 Kommentare hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.